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Schriftzug Hausfrauenveband Kassel e.V.
ARCHIV FRAGE DES MONATS

Die Frage des Monats Januar 2012:
Wissen Sie, was Gewürzschmierer sind?

Gewürze sind seit der Antike Statussymbole, Heilmittel, Tauschware, die sich nur besonders gut gestellte und begüterte Menschen leisten konnten. Pfeffer gilt als König der Gewürze, Safran ist der Kaiser. Was ihn so wertvoll macht, ist seine Produktionsmethode.


  


Jeweils nur drei Blütenfäden pro Krokusblüte werden von Hand gesammelt, getrocknet, wobei sie 80 % ihresGewichts verlieren und der typische Safrangeruch- oder Geschmack entsteht. Daraus ergibt sich, dass man 200.000 bis 400.000 Safranfäden ernten muss, um ein Kilogramm Safran zu bekommen, das erklärt auch den hohen Preis.


Da blieb es nicht aus, dass findige Fälscher mit Tricks arbeiteten, um Safran zu imitieren oder zu „strecken“. Fremde Pflanzenteile, gefärbte Fleischfasern, gelbe Kreide, Schmirgel, Sirup, Schwerspat u. ä. wurden dem Safran zugesetzt. Diese einfallsreichen Fälscher wurden Gewürzschmierer genannt und hatten mit der Todesstrafe zu rechnen. Noch im 15. Jh. wurden Safranfälscher bei lebendigem Leib verbrannt. In Nürnberg gab es ab 1357 eine Schauanstalt, um alle Safranlieferungen vor dem Verkauf zu prüfen.


Echter Safran ist immer noch sehr teuer und wird daher in 3-Gramm-Tütchen zum Verkauf angeboten. Da ist es schon verlockend, aus Urlaubsländern in Südeuropa oder Nordafrika und Asien preiswert Safran auf Basaren zu erwerben. Doch Vorsicht! Gewürzschmierer gibt es immer noch! Nur droht ihnen heute keine Todesstrafe mehr. Billiger „Safran“ wird mit Kurkuma und anderen Bestandteilen, wie z. B. Ringelblumenblüten, „verlängert“. Natürliches Misstrauen beim Kauf von Safran ist angebracht.Der hohe Preis resultiert aus der mühseligen Gewinnungsmethode und ist daher gerechtfertigt.

Wenn Touristen aus Spanien stolz Safrantüten in der Größe von Backpulverpäckchen mitbringen, die überaus preiswert erstanden wurden, dann handelt es sich nicht um echten Safran, sondern um ein Kunstprodukt zum billigen Färben des spanischen Nationalgerichts Paella.



Beim Kauf dieses Produkts wird dem deutschen Urlauber durch die Bezeichnung suggeriert, dass es sich beim Inhalt um Safran handelt. Der Hersteller gibt auf der Verpackung an, dass Salsafran ein "Colorante Alimentario" ist.

In diesem Fall handelt es sich ausdrücklich nicht um Gewürzschmiererei!

Fotos: eigene; Safranblüte gemeinfrei
H. S. und M. D.





Die Frage des Monats Dezember 2011:

Wissen Sie, wie man auch in diesem Jahr Weihnachten ohne Gänsebraten übersteht?


Nein? Aber wir!

Weihnachten ist schon seit vielen Jahrhunderten gleichbedeutend mit "Festschmaus". In Norddeutschland nannte man den Weihnachtsabend wegen der reichlichen Mahlzeiten sogar "Vullbuks Abend", also Vollbauch-Abend.

Alle Jahre wieder entsteht auch heute für die Haushalt führende Person ein Leistungsdruck bei dem Gedanken an die kulinarischen Erwartungen während der bevorstehenden Feiertage. Dem wollen wir entgegenwirken. Weg mit den gewohnten Ritualen, wenn es dem Familienleben zugute kommt. Überraschen Sie Ihre Lieben mit verblüffend anderen Menüs.

Dafür haben wir aus den Kochbüchern des Hausfrauenverbandes Kassel ein Menue zusammengestellt, das sich gut bewältigen lässt und ein festlicher Genuss ist.

Weihnachtsmenue

Vorspeise

Schwarzwurzel-Scampi-Pfanne

***
Vorsuppe
Petersilienwurzelsüppchen
***
Hauptgericht 1
Kräuterdorade in der Folie

Hauptgericht 2
Lammfilets mit Kräuter-Käse-Kruste
***
Nachspeise
Eierlikörkuchen mit Vanilleeis

Die Rezepte zum Weihnachtsmenü finden Sie unter "Archiv Rezepte" - Dezember 2011



Die Frage des Monats November 2011:

Wussten Sie, welchen Einfluss Ethylen auf Früchte und Gemüse hat?

Ethylen ist ein natürliches Gas, das von Obst und Gemüse abgesondert wird. Diesen eigentlich negativen Prozess, der empfindliche Früchte und Gemüsesorten schneller altern lässt, macht sich der Handel zunutze. In der Zeit zwischen Ernte und Verkauf wird der Reifeprozess kommerziell bewusst gesteuert, indem die Produkte je nach Bedarf mit Ethylen begast werden, um punktgenaue Reifung zu gewährleisten, gerade so, wie es der Handel benötigt.

Am Beispiel Bananen ist dies leicht erklärt: Bananen werden im Erzeugerland unreif geerntet und danach beim Großhandel "wohl temperiert" gelagert. Je nach Nachfrage wird sozusagen "Reife manipuliert", indem mit Ethylen begast wird. So können reife Bananen auf Bestellung goldgelb im Geschäft landen.

Was die Industrie weiß, sollten auch wir Verbraucher kennen und beachten:

Äpfel werden gerne in größeren Mengen als Vorrat im Privathaushalt gelagert. Fakt ist, dass gerade sie besonders viel Ethylen produzieren. 
Also Vorsicht! Zum Beispiel altern Kohl, Kartoffeln, Kiwis und Gurken schneller und verderben in der Nachbarschaft von Äpfeln. Das sieht man daran, dass die Kartoffeln runzelig, die Kohlblätter gelb und Kiwis und Gurken Matschig werden.

ABER: diese Ethylen-Bildung kann auch positiv genutzt werden, um beispielsweise nicht ausgereifte Tomaten der eigenen Ernte nachreifen zu lassen. Diese Methode ist einfach: unreife, noch grüne Tomaten werden in ein großes Glasgefäß gelegt, dazu kommen zwei oder drei Äpfel, danach wird das Glas mit einem Deckel oder Teller abgedeckt. Der Nachreifeprozess kann beginnen.



Nun kann man beobachten (daher Glasgefäß), wie eine Tomate nach der anderen eine schöne rote Farbe bekommt, der gute Geschmack wird dadurch nicht beeinträchtigt.  
M. D. + H. S.


Die Frage des Monats Oktober 2011:
Wussten Sie, wie hoch der Anteil privater Beleuchtung am weltweiten Stromverbrauch ist?

Ein Nachruf auf die gute alte Glühbirne, deren Aussterben wieder ein Stück näher gerückt ist durch das Verbot der 60-W-Birnen ab 1. September diesen Jahres.

Um die Frage gleich erst einmal zu beantworten: der Anteil der privaten Beleuchtung am weltweiten Stromverbrauch liegt bei 1 % gegenüber 18 % für die Lampen in Fabriken, Büros und Straßen. Trotzdem sorgt sich das EU-Amtsblatt Nr. 244/2009 speziell um die „umweltgerechte Gestaltung von Haushaltslampen“.

Es ist nicht zu verstehen, dass das Verschwinden der normalen Glühbirne erzwungen wird. Man könnte sie mit Sondersteuern belegen, dann hätte der Verbraucher immerhin noch die Wahl. Schließlich ist es nicht nur die Kunstszene, die aufschreit, sondern auch die Lampenindustrie, wo Designer Lampen kreiert haben, die von und mit der Glühbirne leben, man denke z. B. an die „parentesi“ der italienischen Firma Flos, ein Kultobjekt seit Jahrzehnten - und davon gibt es viele. Nein, „die Glühbirne strahlt zu viel Wärme ab“, ist das Argument.

Unverständlich in diesem Zusammenhang ist die Haltung der Schweiz, die das Glühbirnenverbot zuerst befürwortete, ohne Not, weil an keine EU-Regelung gebunden. Ein Land voll mit Bergbauernhöfen, Almhütten etc., wo das Argument der unnütz abstrahlenden Wärme nun wirklich nicht zieht.

Und wie entsorgen wir die Energiesparlampen? Wie wird mit dem gefährlichen Quecksilber umgegangen, das sie enthalten??

So gefährlich wie ihre Produktion sein kann, es sind Berichte von vergifteten Arbeitern in chinesischen Fabriken belegt, so gefährlich ist auch ihre Entsorgung. Wenn grüne Abgeordnete von den großen Mengen wertvollen Quecksilbers sprechen, das nun recycelt werden wird, dann ist das Augenwischerei - oder Dummheit - oder beides.

Fakt ist, so hat es ein für seine Recherchen bekanntes Wochenblatt bewiesen, dass sich das Quecksilber nicht wirtschaftlich heraustrennen lässt. In Nürnberg gibt es eine Firma, die unter hohen Sicherheitsvorkehrungen die mit Quecksilber behafteten Glasteile heraustrennt, zermahlt und dann in Fässer füllt, die - hermetisch verschlossen, versiegelt und katalogisiert - als Sondermüll in Herfa nicht nur eingelagert, sondern dann auch eingemauert werden. Ist das umweltfreundlich?

Und ob der geringere Stromverbrauch die hohen Beschaffungskosten der Energiesparlampen tatsächlich kompensiert, muss bei den mehr als zehnmal teueren 23-Watt-Sparlampen, die die alte 100er Glühbirne leuchtmäßig ersetzen, wegen praktisch noch nicht nachgewiesener Lebensdauer sehr in Frage gestellt werden.

Was für ein Erbe hinterlassen wir unseren Kindernund Kindeskindern???  
H. S.


Die Frage des Monats September 2011:
Zurück zu den Wurzeln?



Wurzelgemüse-Gerichte waren jahrelang nicht mehr "in aller Munde", man hielt sie für altmodisch und ein so genanntes "Arme-Leute-Essen". Das hat sich in letzter Zeit grundlegend geändert.

Neuerdings werden sogar in der gehobenen Gastronomie wieder Suppen, Vorspeisen, Hauptgerichte und Beilagen aus Wurzelgemüse mit blumigen Worten angepriesen. Zu Recht!

Wurzeln
 oder Knollen? Unter der Bezeichnung Wurzelgemüse werden essbare Wurzeln zusammengefasst, die botanisch als Rüben gelten und sowohl in der Erde als teilweise auch "überirdisch" wachsen wie z. B. Knollensellerie.

Wurzelgemüse sind sehr aromatisch und können schlicht, aber auch phantasievoll zu schmackhaften Speisen verarbeitet werden. Sie lassen sich kochen, dünsten, braten, einlegen oder roh verzehren und verwöhnen inzwischen wieder Menschen, die Steckrüben, Pastinaken, Schwarzwurzeln mit negativen Erinnerungen verbinden.

Unser Kochbuchteam hat sich in der Rezeptauswahl auf sieben "Wurzelgruppen" konzentriert und kollektiv in alten Rezepten und Erinnerungen gekramt. Sehen Sie selbst, was dabei herausgekommen ist. 

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen und viel Erfolg beim zubereiten der Wurzelköstlichkeiten.

Sämtliche bisher erschienenen Kochbücher können Sie an unserem Stand in den Messehallen Kassel während der Herbstausstellung erwerben.


Die Frage des Monats August 2011:
Wissen wir dank Wikipedia wirklich mehr?

Jimmy Wales gründete das Wikipedia mit der idealistischen Vision, das gesamte Wissen der Menschheit zu sammeln und jedem zugänglich zu machen, mit dem Ziel, die Bürger aufzuklären, ihren Lebensstandard zu erhöhen und die Menschen dadurch weniger „anfällig“ für Kriege zu machen.

Aber wissen wir dank Wikipedia wirklich mehr? 

Fragen sind ein in allen Lebensbereichen verwendetes Kommunikationsmittel, denken Sie an Interviews, Quizsendungen, Talkshows, Ratgebersendungen, Vorstellungsgespräche, einfach überall. Die Antworten sind oft nicht so wichtig, sondern der Unterhaltungswert, die Einblicke in eine Persönlichkeit, deren Stärken - und noch viel unterhaltender - deren Wissensschwächen. So hat eine Miss Ostdeutschland einmal vor laufender Kamera festgestellt, dass Bayern zu den neuen Bundesländern gehört.)

Es zeigt sich, dass wir doch sehr wenig wissen.

Wissen zu verbreiten ist wichtig und erstrebenswert. Aber im Internet gespeichertes Wissen ist durchaus nicht aktiv verfügbar, es reicht ja, dass man nachschauen kann ... Wozu in der Schule noch historische Jahreszahlen lernen oder chemische Verbindungen, es reicht, Google zu bedienen, und alles in Sekundenschnelle auf dem iPhone abrufen zu können.

Damit verfügt man aber nicht mehr über das, was man Sachwissen oder Allgemeinbildung nennt. Man kann schließlich nicht in einer Diskussion oder einem Fachgespräch oder einer gesellschaftlichen Zusammenkunft wie einem Geschäftsessen z. B. schnell das Smartphone zücken, um mithalten zu können in Gesprächen mit einem gewissen Niveau.

Der andere bedenkliche Aspekt ist, dass dank dieses Informationsangebotes sich jeder zum Beispiel auf dem Gesundheitssektor zum Hobby-Homöophaten und Pseudo-Experten machen kann. Das nervt!!!!

Fest steht grundsätzlich: Information ist nicht gleich Wissen.

Information sucht man sich gezielt oder zufällig, danach aber muss man sie sich durch eigenes Weiterdenken zu eigen machen. Nur dann kann man sie auch wieder abrufen. "Wissen ist Macht", sagte schon 1597 Francis Bacon. Er sah darin ein Instrumentarium, um das Wohlergehen der Menschen zu fördern. Insofern ist die Idee von Jimmy Wales wirklich nicht neu.

Es liegt nun einzig und allein an uns Menschen, wie wir die neuen Informationsquellen für uns sinnvoll nutzen! - H. S.


Die Frage des Monats Juli 2011:
Welche Bedeutung haben Sekundäre Pflanzenstoffe?

Sekundäre Pflanzenstoffe sind Nahrungsbestandteile in kleinen Mengen mit sehr positiven Eigenschaften für die Gesundheit. Die zahlreichen Substanzen werden seit Jahren verstärkt wissenschaftlich analysiert, um ihre Wirkung im menschlichen Organismus zu erforschen.

Von ca. 100.000 unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffen sind nach heutigem Kenntnisstand annähernd 10.000 in unseren Nahrungsmitteln enthalten. In Amerika schreibt man ihnen schon lange krebsbekämpfende Eigenschaften zu, obwohl durch normale Mischkost am Tag lediglich die geringe Menge von 1 - 2 g dieser Stoffe aufgenommen wird.

Allgemein bekannt sind Carotine, die hauptsächlich in gelbem, orangem, grünem und rotem Gemüse und Obst enthalten sind und gesundheitsschädliche Oxidationen verhindern. Sie wirken vorbeugend und langfristig gegen Herzerkrankungen, Augenleiden, Schlaganfälle, Entzündungen, diverse Krebsformen etc.

Weiterhin zu nennen sind Duft- und Aroma-/Bitterstoffe, die in Gewürzen, Kräutern, Zitrusfrüchten, herben Salaten, Hülsenfrüchten, Fenchel, Sellerie, Zwiebeln und Laucharten sowie Senf enthalten sind und appetitanregend, verdauungsfördernd, antibiotisch und krebshemmend wirken.

In fettreichem Fisch wie Lachs, Sardinen und Makrelen enthaltene Fettsäuren sind wichtig für den Zellstoffwechsel und senken die Gerinnungsneigung des Blutes, beugen somit nach Ergebnissen aus der Forschung dem Herzinfarkt vor.

Andere Stoffe sind in der Lage, das emotionale Wohlbefinden zu unterstützen. Kräuter können beruhigend wirken, Schokolade die Stimmung heben, Bananen durch ihren hohen Gehalt an Serotonin den Schlaf fördern und „glücklicher“ machen, und Hafer stärkt die Nerven.

Sekundäre Pflanzenstoffe sind so vielfältig wie ihre Wirkung. Eindeutig erforscht sind sie noch nicht, so dass sie bisher nicht den gleichen Stellenwert wie Vitamine und Mineralstoffe haben. Zumindest im Bewusstsein der Verbraucher ist das Wissen um diese Pflanzenstoffe gering. Aufwändige Tests haben jedoch gezeigt, dass viele Substanzen mehrfache Schutzwirkungen entfalten. 

Als Fazit kann man sagen, dass eine ausgewogene Ernährung aus frischen Produkten mit einem hohen pflanzlichen Anteil dazu führt, dass der Organismus bestens versorgt ist und auf isolierte Produkte in Pillenform zur Nahrungsergänzung verzichtet werden kann. 

Literatur zu diesem Thema gibt es in Buchform und im Internet. - M. D.




Die Frage des Monats Juni 2011: 
Das Salz in der Suppe. Aber welches?

Salz des Lebens, Salz als Zahlungsmittel, Salz zur Haltbarmachung von Lebensmitteln, Salz als Speisenwürze - alles bekannt! Neuerdings ist Salz auch "in" und in aller Munde, weil außergewöhnliche Salze als schick gelten, was durch die vielen Kochsendungen im TV noch verstärkt wird.

Was verbirgt sich z. B. hinter Himalaysalz, Schwarzem Salz, Fleur de Sel?

Himalaysalz ist keine reine Herkunftsbezeichnung, wie man uns zuerst einmal glauben lässt, sondern es handelt sich um eine Handelsbezeichnung für ein rosafarbenes Steinsalz. Es stammt nicht aus dem Himalaya, sondern hauptsächlich aus einem Salzgebirge in Pakistan und zum kleineren Teil aus polnischem Bergbau. Die rosafarbene Tönung ist ganz natürlich und wird verursacht durch Eisenoxidverunreinigungen. Dem Salz werden allgemein heilende Kräfte zugeschrieben. Der gesundheitliche Nutzen ist jedoch lt. der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nicht nachweisbar.

"Ein einziges Wundermittel kann wohl kaum so viele Ernst zu nehmende Erkrankungen heilen. Besondere Wirkungen auf den Körper durch Verzehr von Kristallsalt aus dem Himalaya sind wissenschaftlich nicht belegt", so Dr. Helmut Oberritter, Wissenschaftlicher Leiter der DGE. Zudem hat Kristallsalz seinen Preis: Ein Kilogramm kostet zwischen 15 und 24 Euro, 500 g normales Kochsalz aus dem Einzelhandel ist hingegen für ca 20 Cent erhältlich ...

Der Aberglaube: Die besonders heilende Kraft des Himalaya-Salzes basiere angeblich auf seinem spezifischen Schwingungsmuster, mit dem die Energiedefizite des Körpers ausgeglichen werden können. Durch die Kraft des Salzes sollen z. B. krank machende elektromagnetische Schwingungen der Umwelt, wie sie von Handys, Mikrowellen oder Fernsehern ausgehen, ausgeglichen werden."
Ein großer Nachteil des Himalayasalzes ist der fehlende Jodgehalt. Außerdem ist es völlig überteuert.

Schwarzes Salz ist nicht von Natur aus schwarz, sondern Meersalz, das mit Aktivkohle angereichert wurde. durch dieses Verfahren wird die Einfärbung erreicht. Der geringe und gesundheitlich unbedenkliche Zusatz von Aktivkohle soll dem "Sel noir" ein besonderes Aroma verleihen. Der eigentliche Nutzen dieses Salzes liegt im optischen Effekt. Der Preis ist erheblich!



Fleur de Sel heißt übersetzt "Salzblume" und ist ein besonders feines Salz, das in Handarbeit in Salzgärten oder Pfannensalinen abgeschöpft wird. Fleur de Sel sammelt sich in geringer Menge bei der Salzgewinnung an der Wasseroberfläche an und wird unbehandelt verkauft. Es hat einen zarten Salzgeschmack und ist ebenfalls teurer als normales Salz, weil es eine Rarität ist. - M. D. + H. S.



Die Frage des Monats Mai 2011:
Wissen Sie, was Weinstein für die Qualität des Weins bedeutet?


"Schau mal, der Zucker hat sich ja gar nicht aufgelöst!" Bei manchen Weinen kann es passieren, dass mit dem letzten Rest aus der Flasche noch etwas anderes herausgespült wird und sich nach und nach im Weinglas als Kristalle, Stäbchen und Blättchen absetzt. Tatsächlich, dieses kristalline Etwas schaut aus wie Zucker, ist aber natürlich keiner, darf laut Weingesetz auch gar nicht. Es handelt sich hier um Weinstein, der von Weinpoeten gerne mal zum Weindiamanten oder zu Weinedelsteinen geadelt wird. Weinstein ist nicht ungesund, man kann also ruhig einen Fintertipp als Probe kosten, um festzustellen, dass er sauer schmeckt und einigermaßen bissfest ist.

Bekanntlich ist ein Diamant unvergänglich, so auch dieser "Weindiamant". Als Weinbauphänomen gibt es Weinstein wohl schon so lange wie Reben gepflanzt werden und Wein angebaut wird, also ewig.

Findige Winzer wissen mit dem Weinstein, der sich übrigens sauber vom Wein trennen lässt, viel anzufangen. Abnehmer für dieses Nebenprodukt der Kellertechnik sind die Nahrungsmittelindustrie für Backhilfen sowie Kosmetik- und Arzneimittelfirmen als Hilfsstoff für Cremes und Salben.

Bei Weinstein handelt es sich um ein Gemisch aus schwer löslichen Salzen der Weinsäure, also um Kaliumhydrogentartrat und Calciumtartrat, die sich in Holzfässern, am Korkspiegel und am Flaschenboden absetzen. Diese Kristalle entstehen, weil sich die Zusammensetzung des Weines während der Gärung verändert (Bildung von Alkohol!) und dadurch das bestehende Gleichgewicht der Inhaltsstoffe verloren geht. Der Wein ist nun übersättigt mit den Salzen der Weinsäure, die dadurch nach und nach als Kristalle ausgefällt werden. Je länger und kälter der Wein vor der Flaschenfüllung gelagert wird, desto mehr Weinstein kristallisiert im Fass aus. Und was im Fass ausfällt, kann schon nicht mehr in der Flasche landen. Der von manchen Weinkennern auch als "Altersweinstein" titulierte Weinstein ist gar kein schlechtes Zeichen für den Wein, also kein Fehler, sondern sagt unter Umständen sogar etwas über Boden, Ernte und Kellertechnik aus.

Die typischen Weinsteinweine wachsen oft da, wo die Böden mineralstoffreich sind, wie z. B. in der badischen Ortenau mit ihren Granitböden. Aus dieser guten Erde zieht die Rebe ihren Lebenssaft und damit auch die Mineralien heraus. Lässt man die Traube lange am Stock hängen, wird die Traube übervoll an Mineralien, was dem Wein Fülle und Eleganz verleiht. Die von Weinkennern sehr geschätzten Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen (die alle sehr spät im Jahr geerntet werden) sind darum typische Vertreter von Weinen mit Weinstein. Wenn der Kellermeister seinen Rebensaft sehr schonend ausbaut, mit langsamer Gärung bei geringen Temperaturen, kann er für seinen Wein das Maximum an Duft- und Aromastoffen herausholen. Mit dieser Vorgehensweise  bildet sich im Fass kaum Weinstein, dafür aber u. U. später in der Flasche. Weinstein ist also weder ein Stein des Anstoßes noch der Stein des Weisen, sondern nur ein Zeichen für Natürlichkeit und schonende Verarbeitung.
(Aus dem Wein-ABC von Frank Männle - Qualitätsmanager Weinbau Oberkircher Winzer übernommen mit Genehmigng des Genussmagazins VERITAS 02/2011 der Oberkircher Winzer eG m.benz@oberkircher-winzer.de) - M.D.



Die Frage des Monats April 2011:
Wissen Sie, seit wann es Druckknöpfe gibt?


Druckknöpfe sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken, und das nicht nur im textilen Bereich.
Denken Sie z. B. an Ihr Portemonnaie, an Ihre Handtasche oder, extrem belastungsfähig, an Polsterbezüge oder Seglerausrüstungen.

Aber seit wann gibt es den Druckknopf?
Es war ein deutscher Tüftler namens Heribert Bauer, der ihn erfand und 1885 beim kaiserlichen Patentamt zum Patent einreichte. Offensichtlich hatte er sich oft genug über seine Unterbekleidung geärgert, denn die Herrenunterhosen hatten seinerzeit einen Latz, der geknöpft wurde. Das mag manchmal nicht schnell genug gegangen sein, oder, auch peinlich, Knöpfe rissen ab.

Jedenfalls versprach er in seiner Patentanmeldung, mit dieser Erfindung das Öffnen und Schließen des Hosenlatzes zu vereinfachen. Die Idee war eigentlich genial, leider öffnete sich sein „Federknopfverschluss“, so nannte er ihn, aber manchmal ungewollt oder er klemmte oder er rostete. Peinlich!

So ging dieser Druckknopf nie in Serie, wie manch Anderes aus dem Hirn dieses Tüftlers.

1903 griff Hans Prym die Idee von Heribert Bauer auf. Er verbesserte den Druckknopf technisch durch eine elastische rostfreie Feder im oberen Teil, in die der Noppen des unteren Teils einrastet.

Hans Prym kam in 12. Generation aus einer nordrhein-westfälischen Metall-Handwerkerfamilie. Er verstand zusätzlich etwas von Marketing und war äußerst innovativ. Preisausschreiben, Sammelhefte, Rabattsysteme, er setzte alles ein, nutzte bald auch die Kinowerbung. “Jeder braucht jeden Tag was von Prym“, dieser Werbeslogan von ihm stimmte damals und stimmt eigentlich noch heute, auch wenn wir uns das gar nicht bewusst machen. Es muss so sein, denn noch heute gehört das Familienunternehmen mit einer Tagesproduktion von rund 15 Millionen Stück zu den größten Druckknopfherstellern der Welt! - H. S. 

 


Die Frage des Monats März 2011: 
Wissen Sie, warum der Frühling müde macht?

Eigentlich gar nicht zu verstehen: die Tage werden heller und wärmer, die Natur wacht auf und wird wieder bunt, die Vögel werden aktiv — und wir Menschen? Wir fühlen uns schlapp und müde! Und das hat viele Gründe.

Der Winter mit seinen kurzen Tagen und wenigen Sonnenstunden sorgt dafür, dass wir uns weitaus weniger als im Sommer im Freien aufhalten. Viel Zeit wird im Haus verbracht, selbst sportliche Aktivitäten finden seltener an der frischen Luft statt. Speisen sind längst nicht so frisch und vitaminreich zubereitet wie im Sommer. Das hat damit zu tun, dass wir im Winter eine traditionell ausgeprägte Vorliebe für deftige Gerichte haben wie Gans mit Rotkohl, Grünkohl und Pinkel, Schlachteplatte usw.

Das alles hat zur Folge, dass der Körper automatisch träge geworden ist.

Eigentlich ist es schwer zu verstehen, dass Beschwerden besonders dann auftreten, wenn die täglichen Sonnenstunden zunehmen und die Stimmung steigen sollte. Ursächlich verantwortlich sind u. a. die Aprilwettersituationen, die dem vegetativen Nervensystem zu schaffen machen. Außerdem verengen und weiten sich die Blutgefäße ständig, so dass es schnell zu Blutdruckabfall kommen kann. Fazit: Frühjahrsmüdigkeit.

Wirksame Gegenmittel gibt es genug:

Bewegung im Freien sorgt dafür, dass durch die UV-Strahlen, die über Augen und Haut aufgenommen wird, das notwendige
Vitamin D gebildet werden kann. Sonnenlicht ist Lichttherapie zur Bildung des Serotonins, das auch Glückshormon genannt wird

ausreichend Flüssigkeit

Ernährung mit vitamin- und ballaststoffreicher Kost, das ist gesund und verhindert Schwankungen im Blutzuckerspiegel

Das Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, um eingeschliffene Gewohnheiten zu überdenken. Da bietet es sich an – in Anlehnung an das Thema Fastenzeit – mal wieder bewusster zu leben.
H. S. + M. D.




Die Frage des Monats Februar 2011:
Helau!!!    Kater!!!    Katerfrühstück???












Besonders im Februar und März finden während der närrischen fünften Jahreszeit nicht nur in den Faschings- bzw. Karnevalshochburgen unzählige Veranstaltungen statt, bei denen regelmäßig sehr viele alkoholische Getränke konsumiert werden. Die typischen Beschwerden nach reichlich Alkoholgenuss machen sich als „Kater“ bemerkbar, spätestens am nächsten Tag. Kopf- und Gliederschmerzen, Brummschädel, Schwindel, körperliche Schwäche, Kreislaufbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen sowie sog. Nachdurst sind die Folge.


Geklärt ist die Entstehung des „Katers“ nicht. Angenommen wird, dass durch die ausschwemmende Wirkung des Alkohols eine starke Dehydrierung des Körpers entsteht. Gleichzeitig werden wichtige Mineralstoffe und Salze mit ausgeschwemmt. Der osmotische Druck der Zellen nimmt ab.

Ganz wichtig nach einer feuchtfröhlichen Nacht ist zuerst einmal, mit reichlich magnesiumhaltigen Mineralwasser oder vitaminreichen Obstsäften den Flüssigkeitshaushalt des Organismus wieder zu stabilisieren. Eine gesalzene Suppe beruhigt den Magen. Alkoholische Getränke sind absolut tabu.

Der angestaute Blutalkoholgehalt muss enzymatisch hauptsächlich in der Leber abgebaut werden. Dies erfolgt linear, also mit gleich bleibender Geschwindigkeit. Der Prozess kann durch den Genuss von Kaffee oder sportlichen Aktivitäten keinesfalls beschleunigt werden. Das heißt, je höher der Alkoholkonsum, umso länger dauert der Abbau (ca 0,1 g Alkohol pro kg Körpergewicht in der Stunde). Das ist besonders im Hinblick auf die Teilnahme im Straßenverkehr zu beachten.

Der typische Heißhunger auf saure, salzige und fetthaltige Nahrungsmittel wie z. B. Rollmöpse wird durch die Unterversorgung des Organismus erzeugt und noch verstärkt durch die chemische Reaktion des Alkoholabbaus. Intuitiv wird „am Morgen danach“ meistens das gegessen, was der Körper verlangt, um wieder den normalen Betrieb herzustellen.

Der Verzehr von fettreicher Nahrung vor dem Alkoholgenuss bewirkt, dass der Alkohol verlangsamt im Blut aufgenommen wird, der obligatorische Kater am nächsten Morgen kann allerdings nicht verhindert werden. Wichtig ist, zwischen alkoholischen Getränken immer wieder zu Mineralwasser oder Fruchtsäften zu greifen und vor allem Spirituosen zu meiden, da diese eine besonders schnelle und hohe Alkoholkonzentration bewirken.
M. D.



Die Frage des Monats Januar 2011: 
Wissen Sie, was Kopi Luwak ist - 
oder anders gefragt: wissen Sie, dass es einen Kaffee gibt, der in der Schweiz einen Kilopreis von 325 Franken (250 €) hat?


Kaffee haben wir alle während der vergangenen gemütlichen Feiertage sicher zur Genüge getrunken, aber ganz normalen Kaffee eben!

In Zouz in der Schweiz, in den Bündener Bergen, gibt es auf 1.715 Meter ü. M. die am höchsten gelegene Kaffeerösterei Europas. In dieser extremen Höhenlage werden die Kaffeebohnen dank des niedrigeren Siedepunktes besonders schonend geröstet. Dafür gibt es Liebhaber, und der Kaffee hat seinen Preis. Aber seit kurzem wird hier auch Kopi Luwak hergestellt, der teuerste Kaffee der Welt, was verständlich ist, wenn man seine Entstehungsgeschichte kennt!


Zibet-Katze - Abb: Public Domain

In Indonesien leben auf diversen Inseln Zibet-Katzen, eine marderähnliche Raubtierart. Auf den verschiedenen Inseln werden sie von den Einheimischen auch Musang Luwak oder Musang Padan genannt. Diese Zibet-Katzen sind große Liebhaber des roten Fruchtfleisches der größten Kaffeebohnen auf den Plantagen und mindern den Bauern die Erträge, wurden also nie gerne gesehen. Das hat sich entschieden geändert.

Denn diese Zibet-Katzen oder Schleichmarder, wie sie auch genannt werden, haben die Eigenart, ihren Kot immer an derselben Stelle abzulegen, sie benutzen sozusagen ihr eigenes „Katzenklo“. So entstehen kleine Nester von unverdauten, unversehrten Kaffeebohnen, die mit dem übrigen Kot ausgeschieden werden.

Die Bohnen sind von der Magensäure der Katzen leicht angegoren, diese natürliche Fermentierung entzieht ihnen Bitterstoffe, und es entsteht ein besonderes Aroma. Die indonesischen Bauern haben schon immer diese Kaffeebohnen aus dem Kot gesammelt, gründlich gewaschen und auch als Medizin benutzt, so hat es schon Brehm seinerzeit beschrieben. Aber sie hatten keinen finanziellen Nutzen davon. Nun aber gibt es Kopi Luwak! (Kopi ist das indonesische Wort für Kaffee und Luwak kommt von dem wilden Musang Luwak.)

Unsere moderne Welt, die für die Reichen immer einen neuen Nerven-Gaumen-Kitzel braucht, hat hier eine Marktlücke entdeckt. Erst waren es die Japaner, dann die Russen, dann die Scheichs, die bereit waren, für diesen „Katzenkaffee“, den es natürlich nur in kleinen Mengen gibt, Unsummen zu bezahlen.

Der Kaffeeröster aus Zuoz, zufällig ein langjähriger Indonesienkenner, hat da seine Chance erkannt, er röstet nun u. a. für einen russischen Kaffee-Importeuer diesen Kopi Luwak, den Sie im GUM, dem berühmtesten Kaufhaus Russlands direkt am Roten Platz in Moskau, in der Delikatessenabteilung - präsentiert wie ein Juwel - für einen Kilopreis von 770 Euro kaufen können, wenn Sie es denn möchten!

Oder reicht bei Ihnen der Nervenkitzel, etwas ganz Exklusives zu trinken, vielleicht nicht aus, vergessen zu können, wo diese Kaffeebohnen schon einmal waren??????  -  H. S.




***************** nachfolgend Archiv Fragen des Monats aus 2010 ****************





































 


























Die Frage des Monats Dezember 2010
Wissen Sie, wie man Weihnachten auch ohne Gänsebraten übersteht?

Nein? Aber wir!

Weihnachten ist schon seit vielen Jahrhunderten gleichbedeutend mit "Festschmaus". In Norddeutschland nannte man den Weihnachtsabend wegen der reichlichen Mahlzeiten sogar "Vullbuks Abend, also Vollbauch-Abend.

Alle Jahre wieder entsteht auch heute für die Haushalt führende Person ein Leistungsdruck bei dem Gedanken an die kulinarischen Erwartungen während der bevorstehenden Feiertage. Dem wollen wir entgegenwirken. Weg mit den gewohnten Ritualen, wenn es dem Familienleben zugute kommt. Überraschen Sie Ihre Lieben mit verblüffend anderen Menüs.

Dafür haben wir aus den Kochbüchern des Hausfrauenverbandes Kassel ein Menue zusammengestellt, das sich gut bewältigen lässt und ein festlicher Genuss ist.

Weihnachtsmenue

Vorspeise
Gebackener Ziegenfrischkäse
***
Vorsuppe
Karibische Kürbissuppe
***
Hauptgericht 1
Putengulasch mit glasiertem Lauch
Hauptgericht 2
Überbackenes Schweinefilet mit Lauchpüree
***
Nachspeise
Apfelcrêpes mit Calvados



Gebackener Ziegenfrischkäse
(oder Schafskäse) Seite 10

8

EL

Olivenöl

in einer Pfanne erhitzen

4

runde

Ziegenfrischkäse

in



gequirltem Ei

und



feinen Semmelbröseln

wälzen, im heißen Öl von
beiden Seiten goldgelb backen

2


Knoblauchzehen

in feine Scheiben schneiden
mit

1

Zweig

frischem Thymian

und

250

g

Rispentomaten

um die gebackenen Ziegenfrischkäse herum legen, die Tomaten mit



schwarzem Pfeffer

und



Meersalz

bestreuen

 


Karibische Kürbissuppe

Dieses Rezept finden Sie unter
Rezept des Monats September 2010
Der Vorteil bei dieser Suppe ist der, dass Sie sie bereits am Tag vorher zubereiten und auch evtl. einfrieren können. 







Putengulasch mit glasiertem Lauch

600

g

Putenbrust

in Würfel schneiden, in



Butterschmalz

von allen Seiten anbraten

300

g

Zwiebeln

grob würfeln, zufügen, glasig dünsten, mit



Salz + Pfeffer

würzen

2

TL

Paprikapulver

zufügen

500

ml

Fleischbrühe

angießen, 35 Min leicht schmoren lassen,
vor dem Servieren evtl

100

ml

Crème fraîche

unterrühren








für das Gemüse

500

g

Lauch

schräg in 5 cm lange Stücke schneiden, in kochendem



Salzwasser

blanchieren, inzwischen

1

EL

Zucker

in einer Pfanne hellbraun schmelzen lassen

1

EL

Butter

zufügen, mit

etw


Fleischbrühe

ablöschen, die Lauchstücke darin 3 – 5 Min bissfest garen




Beilage: Nudeln oder Spätzle

oder

Überbackenes Schweinefilet mit Lauchpüree

600

g

Kartoffeln

schälen, vierteln, in



Salzwasser

20 Min kochen, herausnehmen,
abdampfen lassen

500

g

Lauch

in feine Ringe schneiden,
im selben Kochwasser 2 Min kochen,




Wasser abgießen





¼

l

Milch

in einem Topf erwärmen,
die Kartoffeln zufügen, zerstampfen

1

EL

Butter

sowie

etw


Muskatnuss

unterrühren, die Lauchscheiben unterziehen




in der Zwischenzeit

600

g

Schweinefilet

in 3 cm dicke Scheiben schneiden,
etwas flachdrücken, in

etw


heißem Öl

schnell von beiden Seiten anbraten, mit



Pfeffer + Salz

bestreuen,
in eine flache gefettete Auflaufform legen

2


Toastscheiben

ganz fein zerbröseln, mit

1

EL

weicher Butter

und

2

EL

Mandelblättern

verkneten, auf jedes Filetscheibchen etwas Mandelmischung geben, bei 220° C im vorgeheizten Backofen 5 Min überbacken
den Bratenfond mit

etw


Sahne

ablöschen

1/2

Bd

Petersilie

hacken, aufstreuen,
sofort mit dem Püree servieren


Zu beiden Menüs passt als Nachtisch unser

Rezept des Monats September 2010: 

Apfelcrêpes mit Calvados




... und aus aktuellem Anlass
 der Geschenktipp des Monats Dezember:

wir empfehlen unsere besonderen Kochbücher aus der Serie
"Kochen mit Köpfchen" oder als kleines raffiniertes Mitbringsel:


Selbst gemachter Senf

100

g

Senfkörner

fein mahlen
(in der Kaffeemühle oder im Blitzhacker) das Senfmehl mit

80

ml

Wasser

und

60

ml

Weinessig

sowie

1

EL

Salz

und

2

EL

Zucker

vermischen, mit einem Handrührgerät einige Minuten zu einer homogenen Masse verarbeiten, der Senfbrei wird dabei zunehmend dicker


Den fertigen Senf in kleine Gläser füllen, mit einem Twist-Off-Deckel verschließen und im Kühlschrank aufbewahren –
nach 2 Tagen hat der Senf sein Aroma entwickelt, er ist zum baldigen Verzehr bestimmt.

Der Senf kann geschmacklich auf vielerlei Arten abgewandelt werden.

Der Zucker kann durch Honig ersetzt werden.

Die Geschmacksrichtung kann durch Bärlauch, Curcuma, Meerrettich, Ingwer oder Feigen verändert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
















Die Frage des Monats November 2010: 
Wissen Sie, was die Pariser Oper mit Bienenhonig gemeinsam hat?

Das Dach! 1985 erwarb Jean Paucton, ein Requisiteur der Pariser Oper, spontan einen Bienenstock für sein Landhaus in Zentralfrankreich, konnte aber wegen seiner Arbeit nicht gleich dort hinfahren und kam auf die Idee, den Bienenstock, ohne Erlaubnis einzuholen, provisorisch auf dem Dach seines Arbeitsplatzes zu deponieren. Seine Überraschung war groß, als er nach einigen Wochen feststellte, dass die Waben voller Honig waren. Dem Bienenschwarm gefiel es auf dem Operndach ungemein. Flugs legalisierte er dessen heimlichen Aufenthalt durch eine nachträgliche Erlaubnis der Opernleitung und betreut inzwischen 5 Stöcke auf dem Operndach!

Kein Tourist in dem engen lärmigen Paris würde auf die Idee kommen, dass sich mitten in der Großstadt auf dem Dach der Opéra Garnier eine "Honigfabrik" befindet. Man will es nicht glauben, aber als Lebensraum für Bienen ist die Stadt heute geeigneter als das Land.


Wildes Blütenangebot ohne Pestizide - Foto: M. D.

Die Vorteile der innerstädtischen Bienenzucht und Honigproduktion erklärt Paucton zum einen damit, dass in der Großstadt keine aggressiven Pflanzenschutzmittel versprüht werden, die eine große Gefahr für Bienen darstellen, zum anderen damit, dass die intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebiete meist Monokulturen sind, in denen Bienen lange nach Blüten suchen müssen. Das milde Stadtklima und die Artenvielfalt der Bäume, Büsche und Blumen seien ein idealer Lebensraum für Bienen, die bis in den Spätherbst ihrer Arbeit nachgehen können. So sind die Erträge der „Stadtbienen“ fast doppelt so hoch wie die ihrer Verwandten auf dem Land. Inzwischen eifern andere Institutionen der Garnier-Oper nach, und auch Privatleute probieren es auf ihren Terrassen.

Der reichliche Honigertrag wird auch im Souvenirladen der Pariser Oper verkauft, so kosten dort 125 g „miel beton“, wie man spaßhaft sagt, atemberaubende 15 Euro, das sind 120 Euro pro kg!!!!!

Abgesehen von dieser netten Geschichte hat Honigerzeugung eine lange Tradition. Bereits in der Steinzeit verstand man sich auf die Gewinnung dieses süßen Bienenprodukts. In der Antike hatte Honig – der Göttertrunk - einen hohen Wert und galt als Handelsgut und Zahlungsmittel. Für einen Topf Honig konnte man sich einen Esel oder ein Rind kaufen.

Das ist einleuchtend, wenn man sich folgende Zahlen vor Augen hält: 
Für 150 g fertigen Honig müssen Bienen 1 Liter Nektar sammeln.

Eine Biene schafft am Tag 40 Ausflüge zu 4.000 Blüten.

Um 1 Liter Honig zu gewinnen, sind 10.000 Flugstunden zu 10.000.000 Blüten nötig!!!

Heutzutage ist hochwertiger Honig erschwinglich. Imker bieten ihn zu relativ einheitlichen Preisen an, bei ihnen kann man sicher sein, dass man reinen Bienenhonig erhält, der sortenrein ist und einer bestimmten Region zugeordnet werden kann.Genutzt wird er als Süßungsmittel und Brotaufstrich. Ein gesundheitsfördernder Wert oder eine antibakterielle Wirkung wird Honig nachgesagt durch Inhaltsstoffe, die oft nur in Spuren enthalten sind. 
H. S.

Die Frage des Monats Oktober 2010: 
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Die Frage des Monats September 2010: 
Wissen Sie, wer Jakob Lebel ist?



Jakob Lebel ist eine alte Apfelsorte, die Mitte des 19. Jahrhunderts zuerst im Norden Frankreichs kultiviert wurde.

Ursprünglich gehörte sie zu den wichtigsten deutschen Apfelsorten, die sich besonders als wunderbarer Backapfel auszeichnete mit einem saftigen Fruchtfleisch und leicht säuerlichem Geschmack. Trotzdem hat er eine milde Süße und zerfällt mürb beim Backvorgang. Der Apfel ist bei der Ernte von September bis Oktober grün und wird durch die Lagerung gelblich, er hat einen kleinen knubbeligen Stiel und eine auffällig fettige Schale. Bei sachgemäßer Lagerung ist er haltbar und wohlschmeckend bis Anfang Januar.

Leider gibt es ihn in Supermärkten nicht zu kaufen. Man findet ihn noch auf heimischen Streuobstwiesen oder in Apfelalleen an landwirtschaftlichen Wegrändern, besonders in unserem nordhessischen Raum. - M. D.



Die Frage des Monats August 2010: 
Haltbarmachung von Lebensmitteln in Zeiten des Überflusses?

Abgesehen davon, dass es fast alles zu fast allen Zeiten in Supermärkten zu kaufen gibt, macht es Spaß, eigene kleine Vorräte anzulegen, wenn Erntezeit im Garten, auf dem Balkon oder am Marktstand ist.

Persönliche Vorlieben und feine Nuancen des eigenen Geschmacks lassen sich im Grunde sehr einfach verwirklichen. Alte Rezepte, die noch immer in Familien weitergegeben werden, sind wertvolle Anleitung zum Gelingen. Die Erinnerung an den wunderbaren Geschmack und die Düfte aus Kindertagen sind wieder wach. Das hat auch einen besonderen Wohlfühl-Wert, der an die nächste Generation weitergegeben wird.

Ganz alte und bewährte Methoden der (chemischen) Haltbarmachung sind das Salzen, Pökeln, Säuern und Räuchern ohne zusätzliche Konservierungsstoffe, dazu folgende Beispiele:

  • In einen Topf eingeschichte Gurken werden mit heißem Sud aus Wasser, Essig, Zucker, Salz und Gewürzen übergossen
  • Weißkohl wird fein gehobelt und gesalzen, dann in einen Topf oder Gläser gestampft
  • Speck oder Schinken wird mit einer kalten Lake aus abgekochtem Wasser, Zucker und Salz übergossen (empfiehlt sich nur in der kalten Jahreszeit).





Physikalische Methoden der Haltbarmachung im häuslichen Bereich sind Kühlen und Gefrieren, Trocknen und Haltbarmachung unter Hitzeeinwirkung.

Seit es Tiefkühlmöglichkeiten in jedem Haushalt gibt, ist die Vorratshaltung einfacher geworden, Fleisch, Obst, Gemüse können halbfertig oder fertig zubereitet einen gewissen Zeitraum mühelos für eine spätere Verwendung aufbewahrt werden, dadurch entfällt der Einsatz von „Weck-Gläsern“, die nur mit passenden Gummiringen und Klammern genutzt werden konnten.

Denken Sie nur an die früher übliche Bevorratung von Gelees und Marmeladen!

Auf die eingefüllte Marmelade wurde ein zugeschnittenes und in Alkohol getränktes Blättchen Cellophan gelegt, und dann wurde jedes Glas noch mit einem ausreichend großen Cellophanstück, das zuvor in Wasser eingeweicht werden musste, überzogen, mit einem Faden zugebunden, das Glas musste noch heiß sein, um beim Cellophan durch das Trocknen die nötige Spannung zu erzeugen. Eine Garantie für die Haltbarkeit war dies jedoch nicht, die absolute Sterilität fehlte, so dass sich leicht Schimmel bilden konnte und außerdem verdunstete der Inhalt im Laufe der Zeit zum Teil erheblich, dadurch schrumpfte er zu einer gummiartigen Masse!

Wie bequem sind da die heutigen Twist-Off-Gläser: Einfüllen, zuschrauben, fertig!



Wir haben für Sie aus unserem Kochbuch 50 Zucchini Köstlichkeiten etwas besonders einfaches und super leckeres Rezept ausgesucht: Zucchini süß-sauer

Mit ähnlichen Rezepten können Sie sich eine eigene kleine Abteilung mit Spezialitäten, die es so nicht zu kaufen gibt, im Vorratsraum anlegen.
H. S. + M. D.




Die Frage des Monats Juli 2010: 
(Kuh-)Milch - raffinierter Naturcocktail oder Allergie-Auslöser?


Um Milch ist seit Urzeiten wichtiger Bestandteil der menschlichen Nahrung. Dieses vielseitige Naturprodukt bietet ausgewogen alle Nährstoffe, die wir zum Leben benötigen. Kleinkinder werden über einen langen Zeitraum, bevor die Aufnahme fester Kost möglich ist, ausschließlich mit Milch ernährt. Ihr wird seit je her zugeschrieben, wichtig für den Proteinhaushalt zu sein und unerlässlich für den Zell- und Knochenaufbau.

Besonders in Zeiten, in denen Nahrungsknappheit herrschte, half die Kuh im Stall mit, ganze Familien zu ernähren. Direkt nach dem Melken wurde die Milch in der Küche verbraucht.

Vielfältige Gerichte lassen sich mit Milch und Milchprodukten zubereiten. Die gefürchtete Osteoporose sollte durch reichlich Genuss von Milch und Milchprodukten verhindert werden. Der Rat, täglich eine Portion Hartkäse zu essen, hat diesen Hintergrund.

In den letzten Jahren, verstärkt in der letzten Zeit, gibt es immer wieder Hinweise darauf, dass Zusammenhänge zwischen dem Verzehr von Milchprodukten und Krankheiten wie Neurodermitis und Allergien bestehen.

Es wird darauf zurückgeführt, dass die Milch vor dem Verzehr in Molkereien z. B. nicht nur pasteurisiert, sondern auch homogenisiert wird. Hoher Druck presst die Milch durch winzige Düsen. Das bewirkt eine homogene Flüssigkeit, kaum jemand würde Fettkügelchen im Glas Milch gut finden.

Es gibt Studien, denen zufolge homogenisierte Milch eine Ursache für bei Kindern zunehmenden Milchallergien sein kann. An die stark zerkleinerten Fettkügelchen lagern sich verstärkt Eiweiße an, die nun nicht mehr im Magen gerinnen, sondern  in den Darm gelangen. Ernährungskritiker behaupten, dass die durch die Homogenisierung stark zerkleinerten Fetttröpfchen leichter durch die bei Säuglingen und Kleinkindern stärker durchlässige  Darmwand ins Blut wandern und so eine Ursache für Allergien darstellen könnten.

Eine ganz spezielle Sichtweise zu diesem Thema stammt von einem Professor Dr. Walter Veith, der anmerkt, dass nur Muttermilch verträglich sei und Milch von artfremden Lebewesen zwangsläufig zu Krankheiten führen muss, da sie nicht dem spezifischen Bedürfnissen des jeweiligen Organismus angepasst ist. Das stimmt bei allen Säugetierarten, nur der Mensch hat seinen Organismus im Laufe von Jahrtausenden durch existentielle Notwendigkeit an die artfremde Kuhmilch gewöhnt.

Dass diese Theorie nicht aus der Luft gegriffen ist, sieht man daran, dass in alten Zeiten für Säuglinge Ammen gesucht wurden, statt auf Tiermilch zurückzugreifen.

Wie gehen wir mit dieser neuen Sichtweise auf Milch, dem wunderbaren Naturcocktail, um?

Wohl kaum jemand möchte auf seine gewohnten Milchprodukte verzichten. Und das müssen wir auch gar nicht. Vielleicht sollten wir aber bei Säuglingen und Kleinkindern unser Trinkangebot überdenken (es gibt Eltern, die auf Sojamilch umgestiegen sind).

Wir sollten uns lediglich bewusst machen, dass alle neuen Erkenntnisse der Wissenschaft immer wieder unser eingefahrenes Wissen in Frage stellen. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, wie er lebt und wie er für sich "gesund leben" definiert!!!!! - H. S.





Die Frage des Monats Juni 2010: 
Wieviel Wasser braucht der Mensch?



In der Tagespresse wird seit Jahren gebetsmühlenartig die Aufforderung zum Trinken wiederholt, was von der Getränkelobby eifrig unterstützt wird. Mindestens 2 l Wasser am Tag sind Pflicht, sonst soll man ein schlechtes Gewissen haben. Dieses ist bei der Fachpresse schon lange umstritten.

In der Straßenbahn, während des Unterrichts, ja sogar im Theater mitten in einem Akt holen die gesundheitsbewussten Zeitgenossen pflichtschuldigst die Wasserflasche aus der Tasche und trinken gluckernd. Warum sind wir alle eigentlich so manipulierbar?

Bedenken Sie:Es wird durchaus nicht immer hocherfreut festgestellt, dass die Menschen schon seit langem immer älter werden. Aber diejenigen, die jetzt hoch betagt leben, haben diesen Trinkzwang nie gekannt. Die Generation meiner Großeltern, meiner Eltern und meine eigene z. B. kannte kein Getränk zum Essen, auch nicht nach dem Essen. Für Durst irgendwann gab es den Wasserhahn, zu besonderen Anlässen vielleicht mal was anderes wie selbstgemachten Saft oder Tee. Und? Hat es diesen Generationen und denen davor geschadet? Hat es ihr Leben verkürzt, ihre Gesundheit beeinträchtigt?

Durch die Medien und meine – den Medien ebenfalls hörigen - zahlreichen Kinder habe auch ich, die eigentlich kaum ein Durstgefühl kennt, ebenfalls „das Trinken“ angefangen. Habe ich nun im anrückenden Alter weniger Falten im Gesicht als meine Vorfahren? Leider muss ich diese Frage mit NEIN beantworten!

Es steht doch fest: jeder Mensch ist einzigartig und hat eigentlich seine ganz individuellen Ernährungsbedürfnisse durch unterschiedliche Verwertung der Nahrung, durch Erbanlagen, z. B. durch negativen Stress, die es nötig machen, unterschiedliche Mengen essentieller Stoffe zu verbrauchen, um voll zu funktionieren. 

Unsere Flüssigkeitsaufnahme erfolgt
  • durch Getränke
  • durch feste und flüssige Nahrung (der durchschnittliche Wassergehalt der Lebensmittel beträgt 60-70%)
  • durch Oxidationswasser, das beim enzymatischen Abbau von Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß in den Zellen entsteht, bei gemischter Kost werden täglich ca 300 ml Oxidationswasser gebildet
Zwei Nierenexperten der Universität von Pennsylvania, D. Negoianu und S. Goldfarb, fanden für die Annahme, verschiedene Organe funktionierten bei höherer Flüssigkeitszufuhr besser, keine Belege. Es sei nicht einmal klar, inwieweit Menschen, die durstlos tränken, die Flüssigkeit überhaupt im Körper behielten!

Die Trinkanweisung von täglich mindestens 2 Litern ist wissenschaftlich nicht zu unterstützen. 
Und was wurde uns immer über den Kaffee gesagt? Er entziehe dem Körper Flüssigkeit. Jetzt weiß man, dass das nicht stimmt. Kaffee zählt als zu sich genommene Flüssigkeit wie Wasser!Natürlich, das wissen auch wir Laien, dass ein Flüssigkeitsbedarf besteht, der sich erhöht z. B. bei Hitze oder körperlicher Belastung. Eine besondere Gefahr ist die Dehydrierung bei Senioren, in Alten- oder Pflegeheimen, denn das Durstgefühl lässt im Alter nach, gleichzeitig bewegen sich die meisten alten Menschen weniger bis kaum.

Offizielle Ernährungsinstitutionen distanzieren sich zunehmend von Mindestempfehlungen. 

Machen Sie es genauso, trinken Sie immer dann, wenn Sie das Bedürfnis nach Flüssigkeit haben! – H. S.



Die Frage des Monats Mai 2010: 
Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Die Vereinten Nationen haben in der 1983 eingesetzten Weltkommission für Umwelt und Entwicklung den Begriff Nachhaltigkeit aufgegriffen, der bis dahin bereits seit Jahrhunderten in der Forstwirtschaft Bedeutung hatte. Die Definition einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung lautet: „Entwicklung zukunftsfähig zu machen, heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können."

Der Hauptgedanke ruht auf den drei folgenden wichtigen Aspekten:
Der ökologische Aspekt
Ziel nachhaltigen Handelns ist, langfristig Natur, Artenvielfalt, Klimaschutz zu gewährleisten durch schonenden Umgang mit der Umwelt.

Der ökonomische Aspekt
Durch Ressourcenschonung die Grundlage für dauerhaften - auch über die nächsten Generationen möglichen - Wohlstand zu schaffen, d. h., planlose Ausbeutung von Rohstoffen und Menschen auf der Erde zu verhindern.

Der soziale Aspekt
Ziel von sozialem nachhaltigen Handeln ist die globale gesellschaftliche Entwicklung, die der gesamten Bevölkerung eine lebenswerte Zukunft ermöglicht. Nationales Denken wirkt diesem Ziel entgegen, erstrebenswert ist ein weltweiter Ausgleich der sozialen Kräfte.

Angesichts dessen, dass private Haushalte zwangsläufig große Mengen von Ressourcen benötigen, hat der Gedanke der Nachhaltigkeit im Laufe der Jahre auch in diesem Bereich Fuß gefasst.

In jedem Haushalt gibt es z. B. sehr viele Produkte zur Hausreinigung und Wäschepflege. Nicht alle Wasch- und Putzmittel sind notwendig. Nachhaltig in diesem Bereich heißt, zuerst einmal zu überlegen, wie das persönliche Verhalten geändert werden kann. Zu diesem Zweck veranstaltet seit Jahren der Deutsche Hausfrauenbund die Aktionstage „Nachhaltiges Waschen“.

Der Hausfrauenverband Kassel e. V. nimmt jedes Jahr an diesen Aktionen aktiv teil mit einer Informationsveranstaltung. Die nächste Veranstaltung unter diesem Motto findet am 10. Mai 2010 im dez-Einkaufszentrum statt.

Anschaulich wird auf den verantwortungsvollen Umgang mit Waschmitteln und Geräten hingewiesen.
M. D. + H. S.



Die Frage des Monats April 2010: 
Kennen Sie Stevia?

Wir wissen: Unser Haushaltszucker besteht ausschließlich aus dem Doppelzucker Saccharose. Er enthält also keinerlei Mineralstoffe, Vitamine oder Ballaststoffe. Aber er ist schnell verdaulich und liefert schnell Energie mit 1720 kJ pro 100 g. In der Zutatenliste und Werbung taucht Zucker heute unter den verschiedensten Namen auf: Glucose, Traubenzucker, Stärkesirup, Invertzucker, Maltodextrin, Maltose, Lactose, Malzextrakt etc.

Aber lassen Sie sich nicht täuschen, alle diese Zuckerarten haben die gleichen gesundheitsschädlichen Auswirkungen wie der normale Haushaltszucker. Gut, denkt der gesundheitsbewusste Bürger, dann süße ich eben mit braunem Zucker. Ein Irrtum!

Brauner Zucker enthält neben Saccharose und Melasse evtl. Schadstoffe und Mikroorganismen, denn er kommt meist aus nicht vollständig gereinigtem Rohzucker oder getrocknetem Zuckerrohrsaft. Der Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen ist sehr gering, also nicht höherwertig als bei weißem Zucker. Anders ist lediglich der malzige, karamelartige Geschmack.

Was ist nun Stevia? Stevia ist eine Pflanze aus der Gruppe der Chrysanthemengewächse und wächst im südamerikanischen Hochland als Staude. Entdeckt wurde sie durch einen nach Paraguay ausgewanderten Schweizer namens Giacomo Bertoni Ende des 19. Jahrhunderts.

Stevia, oder einfach Süßkraut, könnte sich zu einem gesunden Ersatz für unseren Haushaltszucker entwickeln, eine Süße ohne Kohlenhydrate und Fett, also praktisch kalorienfrei. Die EU ist skeptisch, zwei Studien glauben nicht an die Unbedenklichkeit der Stevia-Produkte, diese Studien selbst sind auch umstritten. Eine Expertengruppe der Uno hält die Pflanze für sicher. Die ersten Bewilligungen zum Anbau in Europa wurden in der Schweiz ausgestellt. In Australien ist ein Stevia-Produkt auf dem Markt, in Südamerika sowie in Japan ist der Süßstoff aus der Stevia-Pflanze gang und gäbe.

Die Zuckerproduzenten sehen sich von diesem neuen Süßstoff nicht bedroht, denn Zucker süßt nicht nur, sondern kann auch konservieren, und eben dazu eignet sich Stevia nicht. Außerdem ist Stevia nicht rundum einsetzbar durch seinen leichten lakritzähnlichen Geschmack.

Die Hermes Süßstoff AG in der Schweiz hat das Produkt Assugrin Stevia sweet auf den Markt gebracht, was für alle die interessant ist, die eine Alternative zu künstlichem Süßstoff suchen.

Wir werden sicher in den nächsten Jahren mehr davon hören, vielleicht wird diese Pflanze den südamerikanischen Bauern noch große wirtschaftliche Perspektiven verschaffen. - H. S.




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