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Schriftzug Hausfrauenveband Kassel e.V.
Willkommen im Monat November
Die Frage des Monats November 2016
Wissen Sie, welches das älteste, heute noch gültige Lebensmittelgesetz ist?

Bevor sich das Jahr zum Ende neigt, möchten wir nicht versäumen, auf ein ganz besonderes Jubiläum hinzuweisen, den Erlass des Reinheitsgebots durch Herzog Wilhelm IV. von Bayern hier im Originaltext:

„Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, dass forthin überall im Fürstentum Bayern sowohl auf dem Lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die keine besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli (29. September) bis Georgi (23. April) eine Maß (bayerische, entspricht 1,069 Liter) oder ein Kopf (halbkugelförmiges Geschirr für Flüssigkeiten – nicht ganz eine Maß) Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller (gewöhnlich ein halber Pfennig) bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll.

Wo aber einer nicht Märzen sondern anderes Bier brauen oder sonstwie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen.

Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.

Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtig weggenommen werden.

Wo jedoch ein Gastwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer (enthält etwa 60 Liter) Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeine Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemand erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken.

Gegeben von Wilhelm IV. Herzog in Bayern am Georgitag zu Ingolstadt anno 1516"

Bereits aus der Zeit um 4000 v. Chr. stammen die ersten nachweisbaren Überlieferungen zum Bierbrauen, den Göttertrunk der Sumerer. In Deutschland gibt es diese Tradition seit ca. 800 n. Ch. Besonders Mönche brauten diesen Trunk in ihren Klöstern und sahen ihn als Teil ihrer Nahrung an. Sie hatten auch die entsprechenden Rechte und trieben blühenden Handel. Noch heute weisen Namen wie "Klosterschänke" darauf hin. Später entstand in den Städten eine angesehene Bierbrauerzunft und ein blühender Handel. Mit der ursprünglich bayrischen Verordnung wurde geregelt, dass keine giftigen oder schädlichen Inhaltsstoffe verwendet werden und zum Brauen Gerste verwendet werden sollte, um den bis dahin genutzten Weizen für Brot zu reservieren, um den Hunger der Bevölkerung zu bestimmen.

Die Verordnung, die wir heute landläufig "Deutsches Reinheitsgebot" nennen, hatte bereits regionale Vorläufer und wurde auch immer wieder angepasst. Erst mit dem Reichsgesetz vom 3. Juni 1906 wurde die Bierherstellung wesentlich geregelt. Der Grundgedanke, nur Gerste, Hopfen, Wasser und später Hefe zu verwenden, hat noch immer seine Bedeutung, zumindest in Deutschland. Der Rohstoff Hefe wurde als vierter Bestandteil in das Reinheitsgebot aufgenommen, nachdem Louis Pasteuer (1822 - 1895) durch die Erfindung des Mikroskops festgestellt hatte, dass diese aus Mikroorganismen besteht und wichtig für den Gärungsprozess ist.

Dass Bier als Lebensmittel gilt, hat seinen Ursprung in der Historie. Während Trinkwasser in den vergangenen Jahrhunderten nicht diese Reinheit aufwies wie in unserer Zeit, war es sehr verbreitet, Bier zu trinken, das mit sauberem Quell- oder Tiefenwasser gebraut wurde. Die arbeitende Bevölkerung bekam Bier oft als Deputat für geleistete Dienste, so dass sogar Kinder ihren Durst damit stillten. Das ist heute undenkbar, Bier zählt für uns zu den alkoholischen Genussmitteln, die in vernünftigem Rahmen ausnahmslos von Erwachsenen konsumiert werden sollten. An die derzeitige Bier-Sorten-Geschmacks-Vielfalt war allerdings vor 500 Jahren nicht zu denken. - M. D.



Rezept des Monats November 2016 aus unserem Kochbuch



Topinambur im Ausbackteig   S. 26


1


Ei

und

etw


Wasser

sowie

1/8

l

Milch

vermischen

1/4

TL

Salz

und

250

g

Mehl

sowie

1

TL

Backpulver

zufügen, unterrühren, Teig 30 Min ruhen lassen








inzwischen

750

g

Topinambur

schälen, in ca 1 cm dicke Scheiben schneiden, in



Butter

fast weich dünsten, durch den Ausbackteig ziehen, in



Öl

schwimmend goldgelb backen

diese ausgebackenen Topinambur-Scheiben sind eine außergewöhnliche Beilage zu kurz gebratenem Fleisch und Salat
Tipp: auf die gleiche Weise können Selleriescheiben ausgebacken werden


Haushaltstipp des Monats November 2016

Topinambur wird auch Erd- oder Jerusalem-Artischocke genannt (wegen des artischockenähnlichen Geschmacks) und ist eine strauchartige, hochwachsende, mehrjährige Sonnenblumenart mit knollig verdickten und kartoffelähnlichen Wurzeln. Diese sind der essbare Teil der Pflanze und enthalten reichlich Carotine, B- und E-Vitamine, Kalium, Kalzium, Eisen und Phosphor, haben einen hohen Inulinwert, so dass sie als Kartoffelersatz für Diabetiker geeignet sind.

Tobinambur ist ein langlebiges Kühlschrankgemüse und hält sich in Folienverpackung einige Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks oder in Erde eingeschlagen bei ca. 1 - 2 Grad Celsius ungefähr sechs Monate.


"Oldie" des Monats November 2016

Anmachholz wie in alten Zeiten:
Durch herbstlichen Hecken- oder Baumschnitt gibt es reichlich Zweige, die sich im getrockneten Zustand zum Anfeuern des Kachelofens oder Kamins eignen. Dazu  die Zweige klein schneiden und jeweils eine handvoll in ein Zeitungsblatt einwickeln. Diese Portionspäckchen werden an einem trockenen Ort griffbereit gelagert und sind eine praktische Anzündhilfe.


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