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Schriftzug Hausfrauenveband Kassel e.V.
Willkommen im Monat Juli
Die Frage des Monats Juli 2016
Wussten Sie, was Kapern sind?


In den heißen Mittelmeerländern wächst ein wunderschöner Strauch wild überall dort, wo steiniger Boden und warme Mauern zu finden sind. Aus den Blattachsen der Zweige bilden sich an Stielen erbsengroße Blütenknospen. Sie erinnern in der Größe an wilde Rosen, aber im Gegensatz zu denen haben sie ein extrem kurzes Leben, sie öffnen sich nur einmal am Morgen und sind mittags bereits abgestorben.

Die Kapern, wie wir sie kennen, sind die eingelegten Blütenknospen, die im Frühsommer rechtzeitig von Hand geerntet werden müssen. Roh sind sie ungenießbar. Sie werden nach der Ernte einen Tag lang zum Trocknen ausgebreitet, dann in grobes Meersalz eingelegt und nach der Lagerzeit gewaschen. Anschließend werden sie mit Weinessig und Olivenöl verfeinert, in Essiglake und/oder grobem Salz eingelegt. Dabei entstehen Senföl-Glycoside und Caprino-Säure, die den Kapern dann ihren würzigen Geschmack verleihen.

Werden die Knospen nicht sofort gepflückt, wächst in der Mitte der Blüte der Kapernapfel, auch Kapernbeere genannt. Diese Früchte werden wie die Knospen in Essig oder Öl eingelegt und in Spanien und im arabischen Raum gerne und häufig serviert. Und noch eine Spezialität liefern diese Büsche: Auf Rhodos und Zypern zum Beispielsind die ebenfalls in Essig eingelegten Kapernblätter eine kulinarische Spezialität. Es scheint, als ruiniere man mit diesen verschiedenen Erntevorgängen systematisch die Kapernbüsche, aber diese Pflanzen sind unglaublich zäh. Jede Ritze, Mauernische und Brüstung im trockenen warmen Klima wird von der anspruchslosen Pflanze genutzt, um wieder Knospen zu bilden, die dann meist vor der Blüte schon wieder geerntet werden.

Kapern spielen in der mediterranen Küche eine große Rolle, die wir langsam nachvollziehen. Vor Jahren noch kannten wir sie nur als von Kindern oft ungeliebtes Beiwerk in der Soße von Königsberger Klopsen, erinnern Sie sich? Dabei sind Kapern ein wichtiges Gewürz in der Mittelmeerregion, und das bereits seit dem Altertum. In der Antike galten sie nicht nur als pikante Kochzutat, sondern auch als Heilmittel und Aphrodisiakum. Man verwendet Kapern in vielen Gerichten, ob Pizza oder Pasta, Fisch oder Fleisch. Was wäre vitello tonnato ohne Kapern? In Italien gibt es auch eine Kapernpaste in der Tube, die vielen Gerichten noch zur Abrundung des Geschmacks gut tut, ohne dass man das nachher aus der Speise heraus schmeckt – eine praktische Sache.

  

Auf Salina, einer der kleinen Liparischen Inseln bei Sizilien, leben die Bewohner fast ausschließlich vom Kapernanbau in Plantagenform. Hier gibt es als altes Brauchtum jedes Jahr im Juni die sehenswerte, fröhliche und urige Sagra del cappero, ein Kapernfest, das nun auch schon bei uns bekannt ist, seit das deutsche Fernsehen darüber berichtete. Die Reiseveranstalter haben dieses Ziel sofort mit Erfolg aufgegriffen. So wird manchesGläschen dieser Gewürzknospen den Weg in deutsche Küchen finden. – H. S.




Rezept des Monats Juli 2016 aus unserem Kochbuch


  Seite 40




Haushaltstipp des Monats Juli 2016
Kapern sollte man warmen Gerichten erst zum Schluss zufügen, da sich einige Inhaltsstoffe bei Wärme schnell verflüchtigen

Tapénade (Tapéno ist provençalisch für Kaper)
2 EL abgetropfte Kapern, 4 Anchovisfilets, 4 – 5 schwarze Oliven im Mörser zerstampfen, dann langsam ca. 200 ml Olivenöl zugeben und unterrühren, mit Zitronensaft und Pfeffer abschmecken
Diese Paste passt gut zu hart gekochten Eiern, kaltem Fisch und Fleischsalaten




"Oldie" des Monats Juli 2016

Kapern-Ersatz

In DDR-Zeiten machte die Not oft erfinderisch. Wenn Kapern nicht im Angebot waren, sammelte man im Frühling die Knospen von Gänseblümchen. Sie wurden gewaschen, in ein Schraubglas gefüllt, mit Essig begossen und im Kühlschrank aufbewahrt. Schnittlauchknospen oder Kapuzinerkresse kann man ähnlich wie Kapern einlegen.



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